Original by Wang Chung

Recorded in April 2026



Perspective Magazine:
Okay, zunächst mal: Woher kam die Idee, einen Song, nein diesen Song von Wang Chung zu covern?

Tong:
Ich bin mal wieder in eine Serie geraten, in der ein anderer Song von Wang Chung gespielt wurde. Und nicht nur nebenbei – dieser Song steht in einem festen Zusammenhang mit der Hauptfigur. So kam ich erst einmal auf die Band. Dance Hall Days kannte ich zwar bereits, habe aber erst hierdurch gelernt, dass er ebenfalls von Wang Chung stammt. Ich mochte Dance Hall Days irgendwie nie so wirklich, fand aber die Melodie trotzdem immer schon irgendwie knackig. Der Song hatte eigentlich schon immer Potenzial, ich habe das bisher völlig unterschätzt.

Perspective Magazine:
Dein Arrangement greift auf klassische Rock-Elemente zurück. War es für dich sofort klar, diese Musikrichtung einzuschlagen?

Tong:
Ich hatte es nicht geplant. Was für mich feststand, waren die Gitarrenriffe, die ich unbedingt in dieser Form einsetzen wollte, sowie ein Sound, der mir das Gefühl gibt, die Welt erobern zu können. Der Pearl Jam-Vibe zu Beginn war ebenso wenig geplant, aber dieser Nebeneffekt hat mich unheimlich gefreut.

Perspective Magazine:
Dann der Einsatz der Mandoline, der für eine Rocknummer dann eigentlich doch erst mal untypisch erscheint.

Tong:
Tatsächlich handelt es sich hier um eine Akustikgitarre und nicht um eine Mandoline. Ich habe den Kapodaster sehr hoch angelegt. Wirklich interessant: Mir ist es erst im Nachhinein aufgefallen, dass sich die hohe Gitarre wie eine Mandoline anhört und das freut mich sehr. In der dritten Strophe lasse ich sie bewusst schon einen halben Takt früher einsetzen, was in der Instrumentalversion gut zu hören ist. Das mache ich gerne, auch mit Percussion-Elementen oder anderen Instrumenten.

Perspective Magazine:
Also du meinst, dass das Instrument – wenn es mitten im Song zum Einsatz kommt – einen halben Takt früher einsetzt und nicht direkt auf dem ersten Schlag des eigentlichen Taktes?

Tong:
Ganz genau. Es ist nur ein kleiner Unterschied, aber mit enormer Wirkung, finde ich. Beim Einsatz der Hi-Hat, zum Beispiel, wende ich diese Methode so ziemlich immer an.

Perspective Magazine:
Wie ist es mit dem Video? Du hast die Hände gerne in deinen Haaren (lacht).

Tong:
Oh je, ja (lacht). Ich wundere mich sehr, dass ich viel öfter in den Haaren herumfingere, als ich denke. Aber ja, ich habe meine länger gewachsenen Haare bewusst in den Mittelpunkt des Videos gestellt, weil diese Änderung meines äußeren Erscheinungsbildes gerade sehr aktuell ist. Das Video soll diesen Lookwechsel auf jeden Fall hervorheben. Oh, und ganz nebenbei: Die Performance hatte keinerlei Skript, ich wollte einfach nur ein paar meiner Styles zeigen. Wenn ich genau darüber nachdenke, führe ich das eigentlich jeden Morgen vor dem Spiegel auf, in exakt diesem Ausmaß (lacht laut). Nein, das war ein Scherz.

Perspective Magazine:
Lange Haare passen immerhin sehr gut zu Rocknummern wie deine Coverversion hier (grinst).

Tong:
Ja, diese angenehme Eigenschaft ist mir hier richtig bewusst geworden. Ich genieße es sehr, und die Haare laden nun mal ganz oft zum Herumfingern ein, weil lange Haare einfach schön zum Anfassen und Experimentieren sind, so finde ich (lacht). Man könnte schnell meinen, das viele Korrigieren und Drapieren der Haare sei das direkte Ergebnis übertriebener Eitelkeit. Und ja, ich bezeichne mich selbst zweifellos als eitel, aber am Ende sorgen wir einfach dafür, dass wir uns wohl fühlen. Und solange ein gewisses Maß nicht überschritten wird, wodurch andere Personen und alltägliche Abläufe darunter leiden, finde ich diese Haltung absolut legitim und sogar notwendig.

Perspective Magazine:
Waren deine Haare davor immer kurz?

Tong:
Ich hatte als Teenager Haare, die bis zum Kinn gingen. Das fand ich total aufregend. Seitdem waren sie durchgehend kurz und ich träumte in der Zwischenzeit sehr oft davon, lange Haare zu tragen.



Perspective Magazine:
In einem Take bewegst du dich langsam in Zeitlupe. Im anderen Take sind deine Bewegungen schnell, im Zeitraffer aufgenommen. Die Lippen bewegen sich aber jeweils in der originalen Geschwindigkeit des Songs. Wie geht das?

Tong:
Also für die Haar-Performance habe ich den Song um 25 Prozent langsamer abgespielt und mich dabei gefilmt. Meine Lippen haben sich also tatsächlich sehr langsam zum Song mitbewegt. In der Postproduktion habe ich das Video dann um 25 Prozent schneller abgespielt, so dass sich mein Körper im Zeitraffer bewegt und meine Lippen aber in der Originalgeschwindigkeit bleiben.

Perspective Magazine:
Alles klar.

Tong:
Für die Gesangsperformance habe ich den Song um 25 Prozent schneller laufen lassen und mich dabei gefilmt. Und hier haben sich meine Lippen entsprechend sehr schnell zum Song mitbewegt. In der Postproduktion habe ich das Video dann wiederum um 25 Prozent langsamer abgespielt, so dass sich mein Körper in Zeitlupe bewegt und meine Lippen aber ebenso in der Originalgeschwindigkeit bleiben.

Perspective Magazine:
Wirklich interessant. Und was blitzt während der Gesangsperformance hinter dir eigentlich hin und wieder hervor?

Tong:
Oh ja, blöd (lacht). Hier ist eindeutig zu erkennen, wie das Management durchgehend eine Knarre auf mich gerichtet hat (lacht laut).





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