With A Little Help From My Friends

Original by The Beatles

Recorded in February 2018.

This version is very inspired by the cover version With A Little Help From My Friends performed by Joe Cocker.



Perspective Magazine:
Es existiert ja die Coverversion von Joe Cocker, die vermutlich bekannter ist als das Original von den Beatles. Du hast dich hörbar an der Version von Joe Cocker orientiert.

Tong:
Genau. Ich war in der achten Klasse, als mein Musiklehrer uns diesen Song von Joe Cocker im Unterricht auf CD vorspielte. Es war die Live-Version aus Cockers Bestof-Album. Ich war absolut überwältigt, weil der Song in dieser Version absolut bombastisch arrangiert wurde. Außerdem hat unser Lehrer die Musikanlage sehr laut gestellt, wohl um genau diese Wirkung bei uns zu erzielen. Das war einer der prägendsten Momente in meinem Leben. Ich bekomme noch heute jedesmal eine Gänsehaut und Tränen in den Augen, wenn ich diese Version höre. Man muss diesen Song einfach laut hören.

Perspective Magazine:
Was ist das für ein Musikunterricht, in dem die Schüler Rocksongs auf CD laut vorgespielt bekommen?

Tong:
Das klingt erst mal verrückt, ich weiß (lacht). Ich kann mich sehr schwach erinnern, dass wir diese Version von With A Little Help From My Friends analysiert hatten. Mein Musiklehrer hat mit uns das Arrangement des Songs herausgearbeitet und notiert. Wir interpretierten die einzelnen Parts in diesem Song und schrieben auf, welchen Ausdruck Cocker in den verschiedenen Passagen an den Zuhörer transportieren wollen könnte.

Perspective Magazine:
Das ist eine ziemlich ungewöhnliche Art, Musikunterricht zu halten. Wie hat das auf dich gewirkt?

Tong:
Ich fand, dass mein Musiklehrer einen erfrischenden Lehrstil hatte. Im Nachhinein glaube ich, dass dadurch einige Kanäle bei mir geöffnet wurden. Mein Musiklehrer leitete den Schulchor, hielt Gitarren-AGs und stellte im Rahmen von Schulprojekten Rockbands aus Schülern zusammen, mit denen er Songs komponierte und dann auf einer Bühne performte. Mein Musiklehrer war zu dieser Zeit selbst Musiker in einer Rockband. Einmal nahm er mich sogar zu einer Probe mit. Ich war absolut beeindruckt!

Perspective Magazine:
Wenn man sich deine Version anhört, dann gibt es viele Gemeinsamkeiten mit der Version von Cocker - allen voran der Dreivierteltakt oder die Soul- und Bluesanteile in der Gesangsmelodie. Wo liegen die Unterschiede?

Tong:
Ich habe die Rockelemente komplett weggelassen und auf verzerrte E-Gitarren und durchschlagende Fill-Ins der Drums verzichtet. Aber da die Power bei diesem Song auch nicht ganz fehlen darf, drehe ich im letzten Refrain ein Mal richtig auf und schwenke für ein paar Takte auf einen kräftigeren Stil um.

Perspective Magazine:
Du kehrst aber spätestens bei Outro wieder zurück zu deinem Hauptthema. Das Hauptthema orientiert sich jedoch weder an die Version von Cocker, noch an die der Beatles. Gibt es einen bestimmten Hintergrund dafür?

Tong:
Hier wurde ich wiederum sehr stark von Dave Brubecks Take Five inspiriert. Ich halte dieses Lied für den besten Jazz-Song aller Zeiten. Man spürt buchstäblich diese Leichtigkeit, die in diesem Sound steckt und schmilzt bereits innerhalb der ersten Takte dahin. Ich fühle mich wie im Himmel, wenn ich diese hinreißende Drumline zusammen mit dem sanften Tippen des Pianos und den wundervollen Tönen des Saxophons höre.

Perspective Magazine:
Es ist schön zu sehen, wie sich die Einflüsse von den Beatles, Joe Cocker und Dave Brubeck zu einem Song formen lassen können.

Tong:
Und von meinem Musiklehrer.


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