Toxic

Original by Britney Spears

Recorded in June 2022 (The Chili Bottle Sessions)



Tong:
Ich glaube, das ist die beste Aufnahme, die ich bis jetzt in meinem Leben gemacht habe.

Perspective Magazine:
(lacht) Das sagtest du ja bereits bei Yesterday Is Here.

Tong:
Ja, es sollte ein Spaß sein (lacht). Aber auch hier bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Endlich kann ich also Toxic vorstellen, eine Coverversion des Popsongs von Britney Spears.

Perspective Magazine:
Ich bin sehr gespannt auf die Geschichte, wie diese Coverversion von dir entstanden ist.

Tong:
Im Grunde eine klassische Entstehungsweise meiner Coversongs. Die Idee entstand allerdings schon vor ungefähr sechs oder sieben Jahren. Ich mag diesen Song tatsächlich sehr. Popsongs hin oder her - Toxic hat etwas sehr Spezielles an sich. Das Original bringt eine ganz besondere Dynamik mit sich, die ich gar nicht konkret beschreiben kann. Man könnte vielleicht sagen, der Song klingt irgendwie frech und lebendig. Der Gitarrenriff im Chorus der Originalversion hat einen starken Effekt, wie ich finde. Irgendwann hatte ich den Song einfach mal auf der Gitarre gespielt. Es hatte dann sehr schnell gezündet und mir war schnell klar, in welche Richtung meine Coverversion gehen würde.

Perspective Magazine:
Der Riff zu Beginn deiner Coverversion, der auch immer wieder während des Songs zu hören ist, erinnert ein wenig an keltische Musik.

Tong:
Ja? Das ist klasse! Ich mag keltische Musik irgendwie. Überhaupt gefällt mir die nordische Musik wie zum Beispiel der irische oder schottische Folk. Vermutlich hatte mich meine Geschmacksrichtung dabei sehr beeinflusst.

Perspective Magazine:
Warum hat es dann so lange gedauert, bis du diese Coverversion aufgenommen hast?

Tong:
Die Idee ist einfach völlig in den Hintergrund geraten. Während der ganzen Jahre blitzte der Song immer wieder in Form eines Ohrwurms kurz auf aber verschwand auch schnell wieder. Zur Zeit bin ich in einer Phase, in der ich versuche, alle meine unverwirklichten Ideen hörbar zu machen. Toxic stand in dieser Liste sehr weit oben.

Perspective Magazine:
Hat sich deine Vorstellung darüber, wie deine Coverversion klingen soll, im Laufe der Zeit sehr stark geändert?

Tong:
Nein, die grundlegende Stilrichtung stand fest und ich blieb die gesamte Zeit über davon überzeugt. Ich meine damit den Beat, das Tempo und die Stimmung. Darüber, dass die Coverversion nun hier im Rahmen der Chili Bottle Sessions entstand, bin ich sehr glücklich. Die Slide-Gitarre ist für meine Coverversion ein absoluter Volltreffer.

Perspective Magazine:
Es ändert sich wirklich nichts in der Art, wie man Songs macht oder wie sie sich entwickeln?

Tong:
Ich würde sagen, dass sich in der grundlegenden Idee nicht viel ändert, aber doch sehr in der Umsetzung und dadurch im Sound. Ich bin mir sicher dass die Coverversion einen ganz anderen Sound gehabt hätte, hätte ich den Song vor sechs oder sieben Jahren aufgenommen.

Perspective Magazine:
Könnte man also sagen, dass deine Musik reifer geworden ist, vielleicht so wie du selbst?

Tong:
Ja. Das kann man bei vielen Musikern beobachten, wenn man deren Laufbahn über Jahre hinweg mitverfolgt. Und was mich betrifft - meine Einstellung zu vielen Dingen hat sich im Laufe der Zeit sehr geändert.

Perspective Magazine:
Wo hast du dich am stärksten verändert?

Tong:
Ich würde sagen, dass ich viele Dinge gelassener sehe und dadurch zum Beispiel gar nicht mehr groß auf pompöse Arrangements zurück greife. Ich lege nicht mehr so großen Wert auf Dramatik, wie ich es früher vielleicht getan habe. Es heißt natürlich nicht, dass ich komplett auf Dramatik in meiner Musik verzichte - ich lasse sie vielleicht nur anders wirken. Eine weitere Sache ist die Mischung der Drums. Die Hihat ist nicht mehr so laut wie sie früher oft war (lacht). Der Sound ist dadurch aber insgesamt viel hochwertiger, wie ich mittlerweile finde. Ich setze auch nicht mehr zwanghaft Halleffekte ein. Hier und da passen sie und dann sind sie auch absolut notwendig, aber ich bin zwischenzeitlich immer froh, wenn ich sie weglassen kann.

Perspective Magazine:
Sehr verblüffend, wie sich manche Dinge über die Zeit komplett in die entgegengesetzte Richtung bewegen können.


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