Re:Stacks

Original by Bon Iver

Recorded in April 2022



Perspective Magazine:
Du stimmst hier ein sehr ruhiges und gefühlvolles Lied an.

Tong:
Re:Stacks ist eins der schönsten Lieder die ich kenne. Es birgt so viele Facetten. Allen voran transportiert es diese unglaublich schwere Trauer und diesen unendlichen Schmerz. Ich habe das Gefühl, dass sich bei mir exakt dieser Kanal öffnet, auf den der Song abzielen will. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Perspective Magazine:
Wie beschreibst du die anderen Facetten?

Tong:
In den ersten Sekunden, in denen die Gitarre den Song eröffnet, stellt sich sofort eine absolut beruhigende Stimmung in mir ein. Ich bin sofort geerdet und alles, was gerade um mich herum passiert, läuft plötzlich irgendwie langsamer ab. Ich bin dann froh, dass sich das Intro so relativ lange hinauszögert. Als wäre es geplant, mich ganz ruhig in diesen Song einzuschwingen, so dass ich auch wirklich abgeholt werde.

Perspective Magazine:
Es ist verblüffend, was ein einzelnes Gitarrenspiel auslösen kann.

Tong:
Es ist, als würde sich innerhalb von diesen Sekunden eine Wolke um mich bilden. Als würde man sich in ein Feld aus Watte legen.

Perspective Magazine:
Was passiert mit dir nach dem Intro?

Tong:
Ja, nachdem die ersten paar Sekunden des Songs schon so viel erwirkt haben, setzt der Gesang ein. Die Worte sind so gelegt, dass sie mit der Melodie und dem Instrumental verschmelzen. Es sind nicht einfach nur Worte, sie werden von der Musik regelrecht getragen und man kann dann jeden einzelnen Gedanken spüren.

Perspective Magazine:
Und das ist der Grund, warum dieses Lied den direkten Zugang zu dir findet?

Tong:
Ja. Für mich ist Re:Stacks der Beweis dafür, dass die Musik der Nährboden für die Gefühlswelt ist und zwar zu einem viel größeren Anteil, als man vielleicht denkt. Es ist viel mehr als die obligatorische Gänsehaut, die man bei schönen Melodien bekommt. Viel mehr als der Drang zu tanzen, wenn ein toller Beat einsetzt. Die Musik umhüllt unsere gesamte Wahrnehmung und ist fest mit dem verwoben, was wir dann schließlich in uns hineinlassen.


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